Aktiv gegen Kinderheirat in Bangladesch

In der abgelegenen Projektregion Lalmonirhat im Norden von Bangladesch machen Mädchen zwischen zehn und 18 Jahren rund 25 Prozent der Bevölkerung aus. Die meisten Bewohner der Region leben unterhalb der Armutsgrenze und können weder lesen noch schreiben. In diesem Umfeld sind Mädchen besonders gefährdet früh verheiratet zu werden. Denn in keinem asiatischen Land ist die Kinderheirat so verbreitet wie in Bangladesch.

In dem muslimisch geprägten Staat heiraten 64 Prozent der Mädchen vor dem 18. Lebensjahr. Fast die Hälfte von ihnen wird noch vor dem 15. Geburtstag verheiratet. Ein Grund für die häufige Kinderheirat ist die weit verbreitete Ansicht, dass Töchter dem Familienhaushalt zur Last fallen. Im Gegensatz zu Söhnen können Mädchen nicht zur Versorgung der Familie beitragen.

Auf Grund dieser Einstellung versuchen viele Familien, sich durch eine frühe Verheiratung ihrer Töchter der finanziellen Verpflichtungen zu entledigen.

Obwohl die Zahlung einer Mitgift in Bangladesch offiziell verboten ist, ist diese Tradition noch immer weit verbreitet. Je früher die Tochter heiratet, desto geringer ist die zu zahlende Mitgift.

Auf Grund der frühen Heirat haben Mädchen nur wenig Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben. Sie brechen die Schule ab und arbeiten rund um die Uhr im Haushalt. Da sie das Haus ohne die Erlaubnis des Ehemannes nicht mehr verlassen dürfen, verlieren sie ihre Freunde und sozialen Kontakte.

Was tut Plan in Lalmonirhat?

Im April 2017 wurde das Projekt erfolgreich abgeschlossen. Plan International konnte hier dazu beitragen, die Zahl der Kinderheiraten zu senken und das durchschnittliche Heiratsalter der Frauen in Lalmonirhat von 16,5 auf 18 Jahre anzuheben.

2.300 junge Mädchen im Alter zwischen 12 und 18 Jahren konnten durch gezielte Trainings ihr Selbstbewusstsein stärken, um sich gegen eine frühe Verheiratung wehren zu können. 297 Mädchen absolvierten darüber hinaus eine Berufsausbildung.

Darüber hinaus wurden 6.500 Schülerinnen und Schüler sowie Erwachsene in Veranstaltungen für die Rechte von Kindern sensibilisiert. Mehr Informationen zu den Ergebnissen des Projektes finden Sie im Abschlussbericht.