Nepals Regierung lenkt nach Kamalari-Protesten ein

Bei einem Protest ehemaliger Haussklavinnen in der Hauptstadt Katmandu wurden vergangene Woche mehrere Ex-Kamalari bei einem Polizeieinsatz verletzt. Plan und weitere Organisationen setzten sich für einen Dialog mit der Regierung ein. Dieser endete jetzt mit einem Erfolg.

Die fünf Ex-Kamalari, die bei einem Polizeieinsatz nach einer Demonstration verletzt wurden, sind auf dem Weg der Besserung. Drei konnten bereits am Freitag, die anderen beiden, darunter Urmila Chaudhary, am Sonntag das Krankenhaus verlassen.

Die Regierung hat sich nach zuvor erfolglosen Gesprächen am Freitag dem 7. Juni erneut mit dem „Joint Struggle Committee“ der Kamalari zusammengesetzt und das von ihnen vorgeschlagene 10-Punkte-Abkommen unterzeichnet. Die Regierung wiederholte auch ihr Versprechen, für die Behandlungskosten der fünf jungen Frauen aufzukommen, die bei dem Polizeieinsatz verletzt wurden. Weiterhin verpflichteten sie sich dazu, eine Kompensation an die Familie des 12-jährigen Mädchens zu zahlen, deren Tod die Proteste der Kamalari in Katmandu ausgelöst hatten. Ein hochrangiges Komitee soll eingerichtet werden, welches den Tod der 12-Jährigen und weiteren Mädchen und das Verschwinden von einer Anzahl an Haussklavinnen untersuchen wird. Im Gegenzug haben die Ex-Kamalri zugesagt, ihren Protest einzustellen.

Auch wenn diese Zusagen auf den ersten Blick zuversichtlich stimmen, ist Skepsis geboten. Die Zusagen sind keine bindenden Verpflichtungen und haben keinen festen zeitlichen Rahmen für die Umsetzung. Grund zum Zweifeln geben unter anderem die bürokratischen Hürden und die aktuell politisch instabile Lage. Auch steht nicht fest, wie die Regierung die Kamalari-Familien ausfindig machen will, die Anspruch auf Entschädigung haben könnten.

Um sicher zu stellen, dass die nepalesische Regierung ihre Versprechen hält, haben Plan International Nepal und andere Nichtregierungsorganisationen ein „Solidaritätskomitee“ gebildet, welches das „Joint Struggle Committee“ der Kamalari unterstützen wird, bis die Regierung die Umsetzung des zugesicherten 10-Punkte-Abkommen abgeschlossen hat.

You Might Also Like

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.