Kamalari-Mädchen auf Demonstration in Nepal verletzt

Als Hausmädchen bis zu 18 Stunden am Tag schuften – für 60 Euro im Jahr. Das sind die Realitäten vieler Kamalari-Mädchen, die in Nepal bei reichen Familien dienen. Ein Protest ehemaliger Haussklavinnen endete nun in der Hauptstadt Kathmandu blutig. Mehrere Ex-Kamalari wurden bei einem Polizeieinsatz verletzt, darunter  Urmila Chaudhary. Zusammen mit weiteren Mädchen forderte sie die nepalesische Regierung auf, den Tod von sechs Mädchen im Teenageralter, das Verschwinden von weiteren 27 sowie die Schwangerschaft von elf Haussklavinnen zu untersuchen. Als die Demonstration eskalierte, wurde Urmila zu Boden gestoßen, erlitt Kopfverletzungen und verlor das Bewusstsein. Fünf weitere Mädchen und junge Frauen wurden verletzt, einige erlitten Knochenbrüche. Sie werden in Krankenhäusern behandelt.

„Wir sind sehr betroffen von der Brutalität der Polizei“, sagt Maike Röttger, Geschäftsführerin Plan International Deutschland. „Die Vorfälle treffen einen Nerv in der nepalesischen Gesellschaft, und viele Emotionen kochen nun dort hoch. Wir fordern die Regierung auf, einen offenen, friedlichen Dialog mit den Demonstrantinnen aufzunehmen, denn ihr Einsatz gegen den Missbrauch und die Misshandlung von Kamalari in Leibeigenschaft muss endlich Gehör finden.“ Plan International Nepal richtet heute in Kathmandu einen Runden Tisch aus, an dem die Ex-Kamalari mit Vertretern der Regierung und anderer internationaler Organisationen die Problematik diskutieren können.

Der Vorfall zeigt, wie wichtig die Unterstützung und Förderung von Mädchen ist – so auch das Stipendienprojekt in Thailand.

Ein Film von der Demonstration in Kathmandu ist ebenfalls online einsehbar. Aktuelle Meldungen zu dem Geschehen können Sie auch auf der Homepage von MyRepublica nachlesen, den Online-Nachrichten aus Nepal.

Die berührende Geschichte der Ex-Leibeigenen Urmila Chaudhary hat die Journalistin Nathalie Schwaiger in dem Buch „Sklavenkind. Verkauft, verschleppt, vergessen“ aufgeschrieben.

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