„Because I am a Girl“: Zur Situation der Mädchen in der Welt

Seit 2007 veröffentlicht Plan International jedes Jahr die Dokumentation „Because I am a Girl“ – ein umfassender Bericht zur Situation von Mädchen und jungen Frauen auf der ganzen Welt. Am internationalen Mädchentag, den 22. September, hat Plan Deutschland im Berliner Museum für Kommunikation den diesjährigen Bericht mit dem Titel „Städtische und digitale Räume: Mädchen in einer sich wandelnden Welt“ vorgestellt.

Im urbanen Wohnraum in Entwicklungsländern besuchen demnach mehr Mädchen eine Schule, heiraten später und sind oftmals besser informiert, zum Beispiel über Aids/HIV, als in ländlichen Regionen – das belegen eindeutige Zahlen: So ist der Anteil der 10 bis 14 Jahre alten Mädchen, die zur Schule gehen, in städtischen Gebieten bis zu 18 Prozent höher, als in ländlichen; 37 Prozent der Frauen in Städten gaben an, Kondome zu benutzen – gegenüber 17 Prozent auf dem Land; etwa die Hälfte der Mädchen im ländlichen Afrika südlich der Sahara werden bis zum 18. Lebensjahr verheiratet – das sind doppelt so viele wie in den Städten dieses Gebiets.

In Städten werden Mädchen aber auch häufiger Opfer von Gewalt, Ausbeutung und Belästigung. So gaben zum Beispiel in einer in Bangladesh durchgfeührten Studie in der Stadt doppelt so viele junge Frauen ab 15 Jahren an, Opfer körperlicher oder sexueller Gewalt, die nicht von ihrem Partner ausgeübt wurde, geworden zu sein, wie auf dem Land.

Die diesjährige Dokumentation befasst sich vor allem mit dem Thema „Mädchen und Kommunikations- technologie“. Dabei werden die Chancen aber auch die Gefahren eingehend beleuchtet. Schließlich ermöglichen Handy und Internet Mädchen, mit anderen in Kontakt zu bleiben und so einer Isolation vorzubeugen, sich weiterzubilden und Fertigkeiten zu entwickeln, die z.B. im Berufsleben wichtig sein können, sich aber auch Wissen zu Themen wie Aids/HIV anzueignen. Auf der anderen Seite laufen Mädchen im Netz Gefahr, Opfer einer „Online-Verführung“ oder Mobbing zu werden.

Und natürlich sind die neuen Medien leider noch nicht überall angekommen: Während in Amerika im Jahr 2007 72 Prozent der Bevölkerung ein Handy besaßen, waren es in Afrika nur 28 Prozent. In Südasien ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau ein Mobiltelefon besitzt, um 37 Prozent geringer als für einen Mann.

Den ausführlichen Bericht bietet Plan allen Interessierten in zwei Versionen zum Download an – die gekürzte deutsche Zusammenfassung auf 12 Seiten und das englischsprachige Original mit fast 200 Seiten. Hier die Links:

Deutsche Fassung (pdf, 12 Seiten, 0.5 MB) Englische Fassung (pdf, 199 Seiten, 7.0 MB)

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